Identitätsmanagement & Affiliation
Akademisches Identitätsmanagement
Forschungsimpact hängt maßgeblich von der Sichtbarkeit wissenschaftlicher Leistungen und ihrer eindeutigen Zuordnung zu einer Person ab. Ein sorgfältig gepflegtes Autorenprofil unterstützt dies wesentlich und bildet eine zentrale Grundlage des akademischen Identitätsmanagements. Wissenschaftliche Netzwerke sowie der Open‑Access‑Zugang zu Publikationen erhöhen zusätzlich die Auffindbarkeit und tragen dazu bei, Karrierechancen, Vertrauen und Reputation nachhaltig zu stärken.
Autorenprofile
Neben der guten Auffindbarkeit von Publikationen ist die eindeutige Zuordnung wissenschaftlicher Leistungen zu einer Autorin oder einem Autor wichtig. Nur wenn Publikationen, Zitationen und Projekte korrekt zugeordnet werden können, tragen sie messbar zum individuellen Forschungsprofil bei.
Sie stellen sicher, dass Ihnen Ihre Publikationen vollständig zugerechnet werden, indem Sie beide folgenden Empfehlungen beachten:
- Legen Sie sich ein Autorenprofil bei ORCID, Publons (Web of Science) oder Google Scholar Citations an.
- Bereinigen Sie Ihr Autorenprofil in Scopus: Die Scopus Author ID wird automatisch für jede Autorin oder jeden Autor erstellt, die/der in Scopus erfasst ist und zeigt dieser Person zugeordnete Publikationen an. Korrekturwünsche können über den Scopus Author Feedback Wizard gemeldet werden.
Eine Anleitung zum Anlegen und Pflegen Ihrer Profile finden Sie in unserem Skript Akademisches Identitätsmanagement.
Weitere Informationen zu bibliometrischen Kennzahlen, wie h-Index oder Impact Factor, finden Sie unter Bibliometrie & Publikationsmetriken.
ORCID iD: Der Standard für eindeutige Identifikation von Autorinnen und Autoren
ORCID (Open Researcher and Contributor ID) ist eine Non-Profit-Organisation, die eindeutige Identifizierungsnummern für Autorinnen und Autoren vergibt, sogenannte ORCID iDs. Diese Nummern werden von vielen ORCID-Mitgliedern – darunter Einrichtungen des Wissenschaftsbetriebs, Verlage, Forschungsförderer und Fachverbände – zur Identifizierung von Autorinnen und Autoren verwendet. Die TUM ist Gründungsmitglied des deutschen ORCID-Konsortiums und empfiehlt allen Autorinnen und Autoren die Nutzung der ORCID iD.
Die ORCID iD besteht aus 16 Zeichen. Sie ist Teil eines ORCID-Links, der auf das ORCID-Profil einer Person verweist, in dem institutionsunabhängig und dauerhaft weitere Daten hinterlegt werden können. Mögliche Daten sind:
- Namensvarianten und die Eingabe einer Namensänderung, z.B. durch Heirat
- Adressen von Webseiten
- Verlinkung zu anderen Identitätsmanagementdiensten und Autorenprofilen, z.B. Google Scholar Profil, ISNI oder ResearcherID
Für folgende Anwendungsfälle bewährt sich die ORCID iD:
- TUM-Publikationsservices: z.B. zur Erfassung Ihrer Publikationen oder Forschungsdaten in mediaTUM, zur Beantragung von Fördermitteln aus dem Open‑Access‑Publikationsfonds oder für den automatischen Export Ihrer Publikationen aus dem Forschungsinformationssystem TUMFIS.
- Publizieren und Förderanträge: Bei zahlreichen Verlagen und Fördereinrichtungen ist die Angabe der ORCID iD zur eindeutigen Identifikation von Autorinnen und Autoren erforderlich.
- Literatur‑ und Zitationsdatenbanken: Die Übernahme der ORCID iD in bibliographische Datenbanken sorgt dafür, dass Publikationen vollständig gefunden und korrekt zugeordnet werden, was bei der Berechnung von bibliometrischen Indiktoren, wie Zitationszahlen und h‑Index, berücksichtigt wird.
ORCID iD an der TUM einrichten
TUM-Angehörige können über TUMonline eine persönliche ORCID iD erstellen oder ihre bereits bestehende ORCID iD mit ihrem TUM-Account verknüpfen.
In 4 Schritten zur ORCID iD:
- In TUMonline einloggen
- Persönliche Visitenkarte auswählen
- Im Bereich “Account” Sie "ORCID iD" anklicken
- Button "Jetzt ORCID iD verknüpfen oder erstellen" anklicken.
Sie können die Verknüpfung jederzeit auf dieselbe Weise aufheben.
DFG-Unterstützung von ORCID in Deutschland
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Verbreitung der ORCID iD in Deutschland seit 2016 mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt „ORCID DE – Förderung der Open Researcher and Contributor ID in Deutschland“ (Projektantrag unter DOI: 10.2312/lis.16.01).
Das Projekt zielt darauf ab, die Implementierung der ORCID iD an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland organisatorisch, rechtlich und technisch zu unterstützen. Insbesondere soll die ORCID iD bei Open-Access-Repositorien und Open-Access-Publikationsdienstleistungen eingeführt werden. Auch die Verzahnung mit der Gemeinsamen Normdatei (GND) und somit die Einbindung der ORCID iD in bibliothekarische Systeme der Autorenidentifikation ist ein Ziel des Projekts. Ein von den ORCID DE-Projektpartnern in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten zu Fragen des Datenschutzes bei ORCID ist bereits veröffentlicht.
Projektpartner von ORCID DE sind das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ), die Deutsche Nationalbibliothek und die Universitätsbibliothek Bielefeld. Das Projekt wurde durch die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) initiiert.
Akademische Netzwerke
Akademische Netzwerke erhöhen die Sichtbarkeit der eigenen Forschung und sorgen für eine konsistente Darstellung der akademischen Aktivitäten. Ergänzend gewinnt auch der professionelle Umgang mit Social Media an Bedeutung, insbesondere für Wissenschaftskommunikation, Vernetzung und Karriereentwicklung.
Unsere Übersicht über akademische Netzwerke bietet Ihnen einen Vergleich verschiedener Networking-Dienste.
Open Access
Wenn Sie Open Access publizieren, sind Ihre Werke online frei zugänglich. Ein Zusammenhang zwischen Open Access und höheren Zitationsraten wurde nachgewiesen. Die TUM Open Access Policy empfiehlt allen Forschenden, ihre wissenschaftlichen Ergebnisse Open Access zu veröffentlichen.
Zum Publizieren an der TUM bieten wir verschiedene Open-Access-Publikationsoptionen für Artikel und Bücher.
Affiliation
Ein wichtiger Bestandteil des akademischen Identitätsmanagements ist die korrekte und konsistente Angabe der institutionellen Zugehörigkeit von Autorinnen und Autoren, der Affiliation. Die TUM hat eine verbindliche, standardisierte Affiliationsbezeichnung in deutscher und englischer Sprache festgelegt und deren Verwendung in einer Publikationsrichtlinie geregelt. Die Regelungen gelten für alle TUM-Angehörigen sowie für Forschende, die im Rahmen eines Gastaufenthalts an der TUM forschen und publizieren.
Zur Publikationsrichtlinie der TUM
Eine einheitliche und korrekt geregelte Affiliationsangabe stellt sicher, dass Publikationen von TUM-Forschenden eindeutig der Universität zugeordnet werden können. Dies ist von zentraler Bedeutung, da wissenschaftliche Veröffentlichungen – etwa in Zeitschriften, Monographien sowie Tagungs‑ und Kongressbänden – im nationalen und internationalen Wissenschaftssystem für Bewertungen und Vergleiche herangezogen werden bzw. in hohem Maße auf Publikationsdaten basieren, etwa:
- Leistungsbewertung von Autorinnen, Autoren und Institutionen
- institutionelle Leistungsvergleiche und Rankings
Die Publikationsrichtlinie der TUM regelt:
- Die offizielle Bezeichnung der TUM und Abkürzung des Namens
- Die korrekte Angabe von School, Department, Institut oder Lehrstuhl
- Die Angabe bei mehrfacher institutionelle Zugehörigkeiten oder Wechsel der Zugehörigkeit
- Die Formulierung der Mitteilungspflicht bei Fördermitteln
Kurs
Intensivkurs Forschungsimpact
Im Intensivkurs Forschungsimpact – Akademische Identitätsmanagement und Responsible Metrics besprechen wir die Bedeutung von vollständig gepflegten Autorenprofilen und werfen einen kritischen Blick auf Kennzahlen der Forschungsevaluation. Gemeinsam hinterfragen wir gängige bibliometrische Metriken für ein besseres Verständnis des eigenen Forschungsimpacts. Ergreifen Sie kompetent Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit für Ihre Forschung.
Support
Wir beraten Sie individuell bei Fragen zum akademischen Identitätsmanagement. Buchen Sie eine Sprechstunde oder kontaktieren Sie uns unter: