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Bibliometrie & Publikationsmetriken

Bibliometrie hilft Ihnen dabei, die Bedeutung Ihrer wissenschaftlichen Publikationen zu messen, zu vergleichen und zu kommunizieren. Ein verantwortungsbewusster und bedachter Einsatz bibliometrischer Methoden ist hierbei unausweichlich. Die Universitätsbibliothek unterstützt Sie mit fundierten Informationen zu Bibliometrie und zitationsbasierter Forschungsbewertung.

Was ist Bibliometrie?

Bibliometrie ist ein Teilgebiet der Informationswissenschaft, das sich mit der quantitativen Analyse wissenschaftlicher Publikationen beschäftigt. Sie untersucht zum Beispiel Veröffentlichungszahlen, Zitationen, Autorenschaften und Kooperationen. Ziel der Bibliometrie ist es, Forschungsleistungen, wissenschaftliche Kommunikation und Entwicklungstrends sichtbar und vergleichbar zu machen. Häufig eingesetzte bibliometrische Indikatoren sind etwa der Journal Impact Factor für Zeitschriften oder der h-Index für Personen. Bibliometrische Analysen werden unter anderem in der Wissenschaftsforschung und der Forschungsbewertung eingesetzt.

DORA-Prinzipien: Umsicht beim Einsatz bibliometrischer Indikatoren

Bibliometrische Indikatoren besitzen nur eine begrenzte Aussagekraft und dürfen wissenschaftliche Leistungen nicht allein bewerten. Ihre Auswahl und Anwendung muss stets zweckorientiert und kontextsensibel erfolgen. 

Die TUM unterstützt dieses verantwortungsvolle Vorgehen als Unterzeichnerin der DORA (Declaration on Research Assessment). Die Umsetzung der Forderungen entspricht den Prinzipien der guten wissenschaftlichen Praxis, wie sie in der entsprechenden TUM-Satzung verankert sind.

Nutzen und methodische Grenzen von Bibliometrie

Der Nutzen durch die Kenntnis von bibliometrischen Indikatoren ist:

  • Steigerung der Sichtbarkeit und des Impacts Ihrer Forschung.
  • Fundierte Darstellung wissenschaftlicher Leistung bei Bewerbungen.
  • Identifikation geeigneter Journals für eine Publikation.
  • Identifikation potenzieller Kooperationspartner und möglicher Forschungsthemen.
  • Analyse und Aufbereitung von Daten für Förderanträge. Welche Daten im Einzelnen erforderlich sind, richtet sich nach den Vorgaben der jeweiligen Fördereinrichtung. TUM ForTE – Forschungsförderung & Technologietransfer unterstützt Sie bei Fragen zu Finanzierungsanträgen und Drittmitteln.

Wiederum methodische Grenzen bibliometrischer Indikatoren sind:

  • Kein Ersatz für qualitative Evaluierungen.
  • Notwendigkeit einer sorgfältigen und zweckgebundenen Auswahl bibliometrischer Methoden. Zum Beispiel sollte der Impact Factor, der sich auf Zeitschriften bezieht, nicht verwendet werden, um Aussagen über einzelne Forschende zu treffen.
  • Beeinflussung oder Manipulation durch fachspezifische Zitiergewohnheiten.

Weitere Informationen zu Grenzen der Bibliometrie: Hicks, D. et al. (2015): The Leiden Manifesto for research metrics. Nature 520 (7548), 429-431, http://www.nature.com/news/bibliometrics-the-leiden-manifesto-for-research-metrics-1.17351 und The San Francisco Declaration on Research Assessment: http://www.ascb.org/dora/.

Publikationsmetriken

Zum Standardrepertoire bibliometrischer Analysen gehören autorenbezogene Indikatoren, z. B. h-Index, und zeitschriftenbezogene Indikatoren, z. B. Impact Factor und CiteScore. Andere Messverfahren wie etwa Altmetrics oder Aktivitätsanalysen in akademischen Netzwerken können je nach Fachgebiet ebenfalls eine Rolle bei der Evaluierung einer wissenschaftlichen Publikation spielen. 

Autorenbezogene Indikatoren

Die Zählung von Publikationen und Zitationen sind weit verbreitete Methoden zur Messung des wissenschaftlichen Impacts eines Autors. Basierend auf Zitationsanalysen haben sich in den letzten Jahren verschiedene Berechnungsverfahren entwickelt.

Am bekanntesten ist der h-Index, der die Produktivität eines Autors und die Anzahl der Zitationen seiner Publikationen aufeinander bezieht. Der h-Index besagt, dass „h“ Publikationen eines Autors mindestens „h“-mal zitiert worden sind. Web of Science Core Collection, Scopus, Google Scholar Citations und andere Zitationsdatenbanken bieten h-Indices an. Da die Datenbasen unterschiedlich sind, variiert der jeweils errechnete h-Index. Außerdem hängt der Wert des h-Index vom Zeitpunkt der Berechnung ab. Ausgehend von Kritik am h-Index wurde diese Berechnungsmethode mittlerweile weiterentwickelt, z.B. g-index, Google Scholar’s i10 index, hI,annual index.

Autorinnen und Autoren können mit akademischem Identitätsmanagement und der korrekten Angabe der Affiliation dazu beitragen, dass ihre Publikationen eindeutig zugeordnet und in bibliometrische Auswertungen gezählt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Identitätsmanagement & Affiliation.

Zeitschriftenbezogene Indikatoren

Zeitschriftenbezogene Indikatoren sollen die Bedeutung einzelner Zeitschriften messen. Der bekannteste und älteste Indikator ist der Impact Factor, der Zeitschriften in der Datenbank Web of Science gewichtet. Der Impact Factor vergleicht  die Zahl der Zitationen mit der Zahl der publizierten Artikel in einem bestimmten Zeitraum. Der Impact Factor ist in der Datenbank Journal Citation Reports zu finden. Ein vergleichbarer Indikator für Scopus ist der CiteScore, der über die Datenbank frei verfügbar ist.

Altmetrics

Altmetrics, "alternative metrics”, sind Messwerte für Online-Aktivitäten. Ausgewertet werden Daten aus sozialen Netzwerken oder anderen Online-Quellen. Zum Beispiel messen solche alternativen Metriken die Zahl der Downloads oder Zugriffe auf einen Artikel, die Häufigkeit von Bookmarks in Mendeley oder die Anzahl der Social-Media-Beiträge, die sich auf eine Publikation beziehen. Diese Metriken, die sich auf Autoren, Institutionen, Zeitschriften oder einzelne Artikel beziehen können, sind noch in der Entwicklung. Ein Beispiel für die Verwendung von Altmetrics findet sich bei der Public Library of Science (PLoS), die mit der Firma Altmetric zusammenarbeitet.

Kurs

Intensivkurs Forschungsimpact

Im Intensivkurs Forschungsimpact – Akademische Identitätsmanagement und Responsible Metrics besprechen wir die Bedeutung von vollständig gepflegten Autorenprofilen und werfen einen kritischen Blick auf Kennzahlen der Forschungsevaluation. Gemeinsam hinterfragen wir gängige bibliometrische Metriken für ein besseres Verständnis des eigenen Forschungsimpacts. Ergreifen Sie kompetent Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit für Ihre Forschung.

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Wir beraten Sie individuell bei Fragen zu bibliometrischen Indikatoren. Buchen Sie eine Sprechstunde oder kontaktieren Sie uns unter:

bibliometrie@ub.tum.de